Jakobsweg

Der Mutausbruch geht weiter

Heute exakt vor sechs Monaten ging mein Abenteuer Jakobsweg los und seither ist viel passiert bei und mit mir. Wie vielfach beschrieben waren die sechs Wochen auf dem Camino entlang der spanischen Küste der Trip meines Lebens und er eröffnete mir eine neue Sichtweise auf die Welt und mein Leben. Der zaghafte Versuch mich anschließend Zuhause wieder in mein „altes“ Leben einzufügen scheiterte und schnell wurde mir klar, dass meine „Reise“ einfach noch nicht zu Ende war. Die letzten zwei Monate ist mein Körper eine Dauerbaustelle und vor knapp 14 Tagen habe ich eine erneute Entscheidung getroffen. Anfang Dezember ziehe ich wieder los und während beim letzten Mal die Dauer und das Ziel klar formuliert waren, wird es dieses Mal eine Reise ohne festgelegten Zeitraum und ohne festes Ziel. Es ist lediglich der Start klar, der mich zu der deutschen Sandra nach Andalusien in ihr Ferienhaus führen wird, wo ich die Unterkunft und Verpflegung sozusagen abarbeiten werde, indem ich für sie Fotos von ihrer Anlage mache sowie Wanderwege erkunden und anschließend mit Text und Bild beschreiben werde. Wann und wo es anschließend für mich weiter geht ist völlig offen und ich hoffe, dass ich wieder die Zuversicht und das Vertrauen haben werde, welches ich auf dem Jakobsweg erfahren und gelernt habe. Ich werde mit ganz wenig Geld los ziehen und gut auf meine innere Stimme hören, wenn es darum geht, wann und wo jeweils meine Reise weiter gehen soll. Ich habe keine Ahnung, ob ich ein – drei oder gar sechs Monate unterwegs sein, oder ob ich am Ende gar irgendwo fest hängen bleiben werde. Ich denke die Reise wird es mir zeigen und ich bin selbst überrascht, wie wenig Sorgen mir diese ganzen offenen Fragen bereiten. Was soll schon passieren? Wovor sollte ich denn Angst haben? Worst case, ich lande irgendwo völlig abgebrannt und muss schauen, wo ich ggf. schlafen und essen kann und wie ich dann kurzzeitig zu Geld komme, um wieder weiter zu kommen. Ich muss es jetzt einfach ausprobieren und ich glaube ich würde es viel mehr bereuen, wenn ich diesem Impuls jetzt nicht nachgehen und ihn jetzt nicht leben würde. Früher hätte ich wahrscheinlich selbst gesagt „der ist doch verrückt“ und heute bin ich offen und neugierig und kann manchmal selbst nicht glauben, was ich da tue. Gleichzeitig bin ich innerlich überzeugt, dass dies mein Weg ist und ich bin zufrieden mit mir, dass ich bereit bin dafür auch unkonventionelle Schritte zu gehen, auch wenn sie ab und an auf Widerstände stoßen. Ich werde diesen Blog also weiter führen und ich nehme Euch gerne mit auf meine Reise. Ich kann Euch nur nicht annähernd verraten, wo diese Reise hinführen und schon gar nicht wann und wie sie enden wird. Manchmal denke ich auch, dass dieser Blog nur der Anfang ist und wer weiß, vielleicht wird dieser Blog auch eines Tages einfach ein etwas anderes Reisebuch? Ich habe keine Antworten, aber die offenen Fragen werden sich klären und so lade ich Euch herzlich dazu ein mit mir auf eine unbekannte Reise zu gehen.

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