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    30. Tag

    Verletzungsbedingter Ruhetag. Ich habe heute meinen freien Tag zum Ausschlafen genutzt und bin nach dem Aufstehen als erstes in die Badewanne gestiegen und habe dort ein schönes warmes Bad genossen. Danach ging es ins Zentrum von Luarca und dort schließlich in ein goldiges Café, wo ich ausgiebig gefrühstückt habe. Ich konnte meinen freien Tag in vollen Zügen genießen und am frühen Mittag bin ich dann mit dem Bus ins 30 Km entfernte A Carida gefahren. Hier bin ich in einer sehr schönen, familiären Pilgerherberge unter gekommen und war dort den ganzen Mittag im Garten gesessen. Irgendwann habe ich spontan eine Email an ein Hostel geschrieben, wo ich noch vor einigen…

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    29. Tag

    Soto du Luiña – Luarca 34 Km (8,5) Eine wunderschöne Landschaft und der Kampf gegen die Schmerzen, so lässt sich der 29. Tag in einem Satz zusammen fassen. Mein Rückflug ist für den 25. Mai gebucht und daher muss ich mittlerweile rechnen und taktieren, um mein großes Ziel Santiago de Compostela noch erreichen zu können. Vor der heutigen Etappe waren noch 275 Km zu laufen und so beschloss ich trotz der starken Schmerzen im linken Schienbein los zu laufen. Am Ende bin ich 24 Kilometer gelaufen und dann noch weitere 11 Km mit dem Bus in die nächste Pilgerherberge gefahren. Somit verbleiben aktuell 240 Km und 10 Tage. Ohne Handicap…

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    28. Tag

    Muros de Nalon – Soto du Luiña 15 Km (6 Stunden) 6:25 Uhr, die ältere Dame aus Holland unter meinem Bett fängt an ihren Rucksack zu packen während das deutsche Paar und ich gerne noch etwas liegen bleiben würden. 6:35 Uhr, die Holländerin ist immer noch fleißig am packen und ich fange an mich zu fragen, was sie wohl noch so alles in ihrem Rucksack zu verstauen hat. 6:45 Uhr, das Spektakel ist noch im vollen Gange und langsam geht mir die Holländerin gehörig auf den Keks. 6:55 Uhr, das Grauen hat ein Ende und der Rucksack sitzt endlich auf dem Rücken der Pilgerin und sowohl das Ehepaar, als auch…

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    27. Tag

    Avilés – Muros de Nalon 23 Km (6 Stunden) Es war heute eine sehr schöne und gleichzeitig auch sehr emotionale Etappe. Nach der gestrigen eher nüchternen Tageswanderung und einer Pilgerherberge im unteren Niveaubereich fiel mir der Start am frühen Morgen zunächst noch schwer. Mein Körper spürt die Anstrengungen der letzten Wochen deutlich und so brauchte es ca. eine halbe Stunde bis ich neuen Elan für die heutige Strecke aufbringen konnte. Einmal im Laufen fand ich aber schnell wieder gefallen und genoss zusehends die schönen Landschaften, die sich mir boten. Kaum aus der Unterkunft raus und den ersten Milchkaffee an einer Bar getrunken, viel mir plötzlich auf, dass ich meine Stöcke…

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    26. Tag

    Gijón – Avilés 26 Km (6,5 Stunden) Heute war eine unattraktive und entsprechend auch schwerfällige Etappe. Gleich zwei mal ging es durch ein Industriegebiet und über die komplette Distanz von 26 Kilometern mal wieder nur über Asphalt. Dieser Bodenbelag ist Gift für meine angeschlagenen Beine und entsprechend angeschwollen sind Sie heute Abend auch wieder. Ich hatte gestern und heute Morgen noch darüber nachgedacht einen weiteren (freien) Tag in der wirklich schönen Stadt Gijón dran zu hängen, habe dann aber doch die Priorität auf das Endziel Santiago de Compostela gelegt. Nach jetzigem Stand müsste ich im Schnitt etwa 25 Kilometer pro Tag laufen, um bis zu meinem Rückflug am 25. Mai…

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    25. Tag

    Amandi – Gijón 30 Km (7 Stunden) Ich bin bislang 500 Km gelaufen und zur Belohnung habe ich mir in Gijón ein Einzelzimmer mit Badewanne gebucht. In dieser Badewanne mit Schaum sitzen zu dürfen war einer dieser wundervollen Glücksmomente, die ich hier so schätzen lerne. Auf dem Weg zum Hotel habe ich mit meinem besten Freund geschrieben (ja, er ist wirklich der Beste) und er schrieb mir folgende Worte bzgl des Einzelzimmers: „Freu Dich auf Deine Einsamkeit“. Ich antwortete postwendend, dass ich nicht einsam sondern nur alleine bin und ich finde das trifft es sehr gut. Ich glaube ich habe in mir in den letzten Wochen einen guten Freund gefunden…

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    24. Tag

    La Islas – Amandi 23 Km (6,5 Stunden) Gestern hatte ich einen rundum gelungenen Tag und ich war abends so glücklich und zufrieden, dass ich erstmals keinen Blogbeitrag schreiben wollte, um wirklich jede Minute für mich auskosten zu können. Ich lief 30 Km in acht Stunden und landete am Ende des Tages in einer Herberge direkt am Meer. Es war ein Traum und ich wollte einfach nur am Strand sitzen und den Sonnenuntergang beobachten. Von meinem Zimmer aus konnte ich auf das Meer schauen und heute Morgen konnte ich tatsächlich den Sonnenaufgang von meinem Bett aus beobachten. Dieser Ort hat mein Herz erobert und ich könnte mir gut vorstellen irgendwann…

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    23. Tag

    Pineres de Pria – Las Islas 30 Km (8 Stunden) Heute war eine wundervolle Etappe und ich habe nun eine Pilgerherberge direkt am Strand. Ich bin überglücklich und gebe mir heute blogfrei, um jede Minute hier auskosten zu können

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    22. Tag

    Llanes – Pineres de Pria 22 Km (6 Stunden) Heute war ein zäher Tag, Kopf und Körper waren sehr müde und so startete ich erst um 10:00 Uhr und ließ es über die gesamte Zeit sehr gemütlich angehen. Am Morgen war unausgeprochen klar, dass sich nach drei gemeinsamen Tagen die Wege von Emma und mir trennen würden und so lief ich heute alleine und weitestgehend gedankenlos so vor mich hin. Machte da mal eine Pause am Meer und dann mal wieder einen Kaffeestop an einer Bar am Rande der Strecke. Ich war leer und müde schaffte am Ende aber immerhin noch eine Strecke von 22 Kilometern und habe somit die…

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    21. Tag

    Colombres – Llanes 25 Km (7,5 Stunden) Es war heute eine von Anfang bis Ende atemberaubende Etappe mit wunderschönen Aussichten entlang der Küste von Colombres nach Llanes und körperlich wieder einmal eine große Herausforderung. Die außergewöhnlichen Belastungen, denen wir uns hier täglich aussetzen, fordern ihren Tribut und verlangen uns so einiges ab. Schmerzfrei gibt es hier nicht und so wird hier auch viel Körperpflege betrieben. Wunden werden versorgt und die Muskulatur wird gedehnt und massiert. Große Blasen werden z. B. mit einer Nadel durchstochen und der Faden verbleibt anschließend dabei als Drainage in der Blase und wird keimfrei abgeklebt, so dass die Flüssigkeit aus der Blase ablaufen kann und gleichzeitig…