Jakobsweg

Ankunft in Santiago

14:03 Uhr, ich biege um die Ecke und erreiche nach zwei Wochen erneut die Kathedrale von Santiago.

14:08 Uhr, eine Nachricht plopped auf meinem Handy auf. Es ist Linda aus Holland und sie fragt, wie es mir geht und wann ich Santiago erreichen werde.

Linda, der niederländische Engel, der einen erheblichen Anteil daran hat, dass ich heute überhaupt noch auf dem Camino unterwegs war.

Sie erzählt mir, dass sie Probleme mit Blasen an den Füßen hat und deshalb langsamer gehen muss und wahrscheinlich erst Morgen in Santiago ankommen wird.

Sie meint ich hatte Recht gehabt, als ich zu ihr sagte, dass wir nie wissen, ob und wann wir Santiago erreichen werden. Linda war vor einigen Tagen noch ohne jegliche körperlichen Schmerzen gewesen und meinte zu mir, dass sie auf alle Fälle montags Santiago erreichen würde. 


Ich sagte ihr, dass uns schon ein kleiner Stein im Schuh zum Verhängnis werden kann und wir gut daran tun die Strecke mit Demut zu gehen.

Ich wollte gar nicht Recht behalten, aber auch Engel dürfen anscheinend immer noch etwas dazu lernen 😁.

Ich war heute früher wach geworden als gedacht und startete daher bereits um 7:45 Uhr.

Die Farben am Himmel in der ersten Stunde waren beeindruckend schön und es war sehr friedlich und ruhig um diese Uhrzeit.

Kein Mensch war unterwegs und ich genoss meine ersten Kilometer heute sehr.

Gegen 11:30 Uhr fiel mir auf, dass heute keine Pilger unterwegs waren und hätte ich nicht ständig die Wegweiser am Straßenrand passiert, ich hätte vermutet, dass ich von der Strecke abgekommen war.

Überhaupt, die letzten 10 – 15 Kilometer des Caminos waren im Vergleich zu vorangegangenen Etappen eher nüchtern und unspektakulär. Es schien, als solle ich mich innerlich bereits vor der Ankunft in Santiago langsam vom Camino verabschieden.

Ich kam dann auch tatsächlich alleine an der Kathedrale in Santiago an und sah keinen einzigen Pilger, den ich in den zwei vorangegangenen Wochen getroffen hatte.

Heute habe ich eine weitere Etappe in meinem Leben beendet und auch sie wird mich wieder ein Stückweit prägen.

Ich durfte wieder viel lernen und wundervollen Menschen begegnen und vor allem sehr oft und viel alleine mit mir sein.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich es immer mehr zu schätzen gelernt nur mit mir und meinen Gedanken unterwegs zu sein und voller Anerkennung klopfe ich mir dafür jetzt einfach mal selbst auf die Schulter.

Wie geht es weiter bei mir?

Im Februar werde ich zum dritten Mal zu Gast bei Veronika und ihrer Familie in Arles, Südfrankreich sein und mir dort ein wenig den Winter verkürzen und Zeit an diesem wundervollen Ort verbringen. 

Veronika hat neben dem Landgasthaus vier wunderschöne Ferien Apartments, die ich neuerdings von Deutschland aus promoten und vermitteln werde. Mehr dazu gibt es auf meiner Homepage unter der Rubrik „Travel with Andy“.

Ansonsten habe ich jetzt ganz aktuell ein festes Schaufenster für Andys Stilmobil in Landau angemietet und habe gerade sehr viel Spaß bei der Entwicklung meines kleinen Businesses bestehend aus Homepage, Onlineshop, Schaufenster und Apartment Vermittlung. Als nächstes strebe ich noch eine Ausbildung in Klangschalen Massage an (ich bin eh schon gelernter Physiotherapeut) und möchte auch in diesem Bereich künftig dann tätig werden und diese wundervolle Entspannungstechnik anbieten und ebenfalls auf meiner Homepage integrieren. Mittlerweile mache ich nur noch Dinge auf die ich Lust habe und ich hatte selten so viel Spaß an der „Arbeit“, wie zur Zeit. Es fühlt sich nicht mehr wie Arbeiten an und es erfüllt mich und entsprechend ist da aktuell auch ganz viel positive Energie und Kreativität vorhanden. 

Buen Camino Ihr Lieben

Herzlichste Grüße

Andy

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