Jakobsweg

25. Tag

Amandi – Gijón 30 Km (7 Stunden)

Ich bin bislang 500 Km gelaufen und zur Belohnung habe ich mir in Gijón ein Einzelzimmer mit Badewanne gebucht. In dieser Badewanne mit Schaum sitzen zu dürfen war einer dieser wundervollen Glücksmomente, die ich hier so schätzen lerne. Auf dem Weg zum Hotel habe ich mit meinem besten Freund geschrieben (ja, er ist wirklich der Beste) und er schrieb mir folgende Worte bzgl des Einzelzimmers: „Freu Dich auf Deine Einsamkeit“. Ich antwortete postwendend, dass ich nicht einsam sondern nur alleine bin und ich finde das trifft es sehr gut. Ich glaube ich habe in mir in den letzten Wochen einen guten Freund gefunden und ich fühle mich nicht einsam, wenn ich alleine unterwegs bin. Die letzten Kilometer nach Gijón rein laufend mit dem Wissen, dass man bei der Ankunft bereits 500 Km gelaufen ist erfüllte mich mit Stolz und Zuversicht. Ich kann es schaffen, ich kann in Santiago ankommen. Ich möchte weiterhin sehr gerne erleben, dass ich nach sechs Wochen und 840 Km in Santiago einlaufe, aber mittlerweile glaube ich zu wissen, dass dies nur mein physisches Ziel ist und ich seit Beginn meiner Reise immer neue Ziele erreiche. Beim Schreiben bin ich gerade von meinen Gefühlen überwältigt und mir laufen die Tränen über die Wangen. Ich bin so dankbar für diese Reise und ich hätte mir keinen besseren „Reisepartner“ als mich selbst vorstellen können. Alleine dieser Satz zeigt mir wie weit ich bereits gekommen und wie nah ich „meinem“ Santiago gekommen bin. Jetzt schaue ich nach meinen Beinen und so Gott will, laufe ich auch physisch noch bis Santiago. Mein Kopf ist auf jeden Fall bereit dafür!

Ich hatte heute Morgen eine sehr lange, sehr persönliche Email einer meiner Blog Leser im Postfach und sie hat mich sehr berührt. Ich freue mich sehr, dass Du Dich abends auf meine Berichte freust und da ich gestern Abend meine 500 Km in der Badewanne im Hotel und später bei einem Glas Wein in der Altstadt von Gijón gefeiert habe, kommt der Bericht ausnahmsweise am frühen Morgen. Über Deine Nachricht habe ich mich so gefreut, dass ich dafür drei Kaffeebohnen von der rechten in die linke Hosentasche wandern lasse (dies bleibt nun unser kleiner Insider) .

Fazit des Tages: Es ist tatsächlich der Weg zum Ziel das eigentliche Ziel und allein und einsam sind zwei völlig unterschiedliche Bedeutungen.

Memo an mich: Danke mein Freund für diese wundervolle Reise

Ein Kommentar

  • Martin Liebeskind

    Ich freue mich jeden Tag, Ihre Geschichtgen und Erlebnisse zu lesen. Weiterhin alles erdenklich Gute. Seien Sie behüte. Gruß aus Landau

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