Reisen

Die Camargue

eine der schönsten Naturregionen Europas

Es ist so weit, ich fahre mit dem Zug sechs Stunden von Karlsruhe nach Avignon und bin sehr gespannt was mich die nächsten Tage so alles erwarten wird. Ich habe eine Sitzplatzreservierung und finde schnell einen Platz für mein Gepäck und die Fotoausrüstung samt Lampen und Stativ. Neben mir sitzt eine junge Frau mit ihren Kopfhörern auf den Ohren und irgendwie finde ich sie von Anfang an sehr sympathisch und interessant. Es dauert nicht lange, da kommen wir auch schon ins Gespräch und die junge Deutsche stellt sich als Marie heraus, die es mittlerweile zum Studieren nach Südfrankreich verschlagen hat und die gerade wieder auf dem Heimweg nach einem Besuch bei ihren Eltern ist. Marie studiert Kunst und schnell sind wir in einer total netten Unterhaltung und verkürzen uns somit gegenseitig die Zugfahrt. Ein bisschen dösen, ein längeres Gespräch mit Marie und dann noch die Landschaft im vorbeirauschen betrachten und schon sind sechs Stunden Zugfahrt vorüber. Ich schnappe meine Tasche, mein Kamera Equipment und denke noch so bei mir, dass ich ja gar nicht weiß wie Veronika aussieht und sie mich hoffentlich anhand meines Profilbildes auf Facebook erkennen wird und steige in Avignon aus dem Zug aus. Ich laufe den Bahnsteig entlang und geradewegs auf eine Frau zu. Ich hatte kein Foto und trotzdem ist in diesem Moment völlig klar, wohin ich laufen muss und schnell signalisiert mir die anvisierte Frau tatsächlich, dass sie anscheinend auf einen Typen mit Dutt wartet. Es ist Veronika und wir begrüßen uns und vom ersten Moment an ist da diese Vertrautheit, die ich während des Schreibens bereits gespürt hatte. Es bedarf keiner Vorstellung oder Kennenlernphase, es scheint als kenne ich diese Frau schon ewig. Wir steigen in ihr Auto und fahren von Avignon zu ihrem Landgasthaus in Arles und setzen unsere Unterhaltung der letzten Tage und Wochen einfach live und in Farbe fort. Nach ca. 30 Minuten erreichen wir die wunderschöne Anlage und es ist genauso wundervoll, wie es auf den Fotos gewirkt hat. Veronika führt mich in mein Gästehaus „Camargue“ und ich bin rundherum zufrieden. Es ist ein wundervoller Ort und ich fühle mich vom ersten Moment so, als wäre ich heim gekommen. Vier dieser Gäste Apartments liegen nebeneinander und sind von einem großen Garten mit der 100jährigen Platane umgeben und am Ende der Reihe ist das Haus von Veronikas Familie.

Ich werde von Sinan, Niamè und Isis, drei der vier Kinder empfangen und dabei sehr offen und herzlich begrüßt. Ich fühle mich sehr wohl und schell wird mir erklärt, wo die Kinder ihre Namen her haben. Veronika hat mit Rachid einen französischen Mann mit algerischen Wurzeln kennen und lieben gelernt und bei der Namenswahl für die Kinder haben sich die beiden für Namen entschieden, die weder typisch arabisch, noch typisch französisch und nicht typisch deutsch sind. Es sollten vielmehr Namen sein, bei denen die Herkunft nicht sofort erkennbar ist. Veronika und die Kinder sprechen sowohl französisch, als auch deutsch und so ist die Konversation zwischen uns auch sehr einfach und mangels meiner französisch Kenntnisse auch schnell auf deutsch festgelegt. Vor dem Eingang zum Haus der Familie steht ein wunderschöner Olivenbaum und er lässt mich direkt an den Film „El olivo“ denken, den ich vor Jahren gesehen habe und der mich so sehr berührt hat.

Mein Blick schweift weiter vom Olivenbaum auf die gegenüberliegende Seite und allerspätestens jetzt ist mein Glück perfekt. Ein Pool mit Liegen und Sonnenschirmen, umgeben von dem schönen Garten und inmitten der Sonne Südfrankreichs, lacht mich an. Es gibt kein Halten mehr und ich springe direkt in den Pool und feiere meine Ankunft in Arles.

Später zeigt mir Veronika noch das komplette Anwesen, welches ich nach und nach fotografisch in Szene setzen werde und ich bin hin und weg von der Schönheit dieses provenzalischen Landgasthauses und freue mich schon sehr auf meine Arbeit hinter der Kamera.

Vor der Arbeit steht aber anscheinend erst Freizeit und Erholung auf dem Programm und kurzerhand sitzen die Kinder, Veronika und ich auch schon im Auto und wir fahren durch die Camargue an den Strand Plage de Piemanson. Dieser Strand besteht nur aus einem schmalen Sandstreifen zwischen den Verdunstungsbecken der Salin de Giraud und dem Mittelmeer. Auf dem Weg zum Strand kommen wir an den genannten Verdunstungsbecken von Salin-de-Giraud vorbei und ich staune über die großen Flächen, die in Blau- und Rosatönen in der Sonne schimmern. Es ist ein imposantes Schauspiel der Natur und ich bin fasziniert und zugleich überwältigt von der Schönheit der Camargue. Der Ort Salin-de-Giraud bezieht seinen Namensteil Salin aus den südlich des Orts liegenden, ausgedehnte Meerwassersalinen. In besagten Blau- und Rosatönen schimmert das Wasser in den Salinen und bildet dabei einen schönen Kontrast zu dem salzverkrusteten weißen Boden und sorgt somit für dieses außergewöhnliche Natureignis.

Morgen erzähle ich Euch von den Flamingos, der wunderschönen Carmague und zeige Euch die ersten Fotos, die ich von dem wundervollen Landhaus geschossen habe. Wer wissen will, wie sich Südfrankreich für mich anfühlt sollte einfach einmal auf das nachfolgende Video klicken. Es transportiert von der Stimmung her sehr gut, wie ich fühle und empfinde.


Ein Kommentar

  • Carmen

    Lieber Andreas
    Als ich deine Zeilen ließ ,hab ich mich sehr gefreut für dich ,einen Weg gefunden zu haben
    Und Südfrankreich ist der Hammer 😍
    Musste sofort an meine schönen Zeiten in Apt denken ,dein schreiben lässt einen in Erinnerungen schwelgen 🍷🚴‍♀️⛲️

    Schöne Zeit Dir

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